Kosten der Kursanmeldung
Wie auf der Seite der ZFU zu lesen ist, ist eine Berechnung komplex, da es verschiedene Arten von Fernlehrgängen gibt. Die erste Herausforderung besteht demzufolge darin, sein eigenes Angebot einzuordnen und dann das richtige Kursangebot bei der ZFU zu finden.
Die „Zulassung eines Fernlehrgangs“ kommt infrage, wenn es sich um ein eigenständiges Bildungsangebot handelt, das systematisch Lernziele und Methoden umfasst.
Allerdings muss vorab genau geprüft werden, um was es sich handelt. Denn es macht einen Unterschied, ob es sich beispielsweise um ein komplettes Mindset-Coaching handelt oder um ein Mindset-Angebot. Denn ein Angebot könnte auch bloß Teil eines größeren Curriculums sein. Infrage kommen deshalb:
- Fernlehrgang (Standard)
Bedeutet: Vollständiger Kurs mit eigenem Curriculum
Gebühr: 150 % des Verkaufspreises (mind. 1.050 €) - Cafeteria-Lehrgang
Bedeutet: Einzelne Bausteine eines bestehenden Lehrgangs werden einzeln vermarktbar.
Gebühr: 50 % der Standardgebühr für einen vollständigen Lehrgang.
Standardgebühr: 150 % des Verkaufspreises (mind. 1.050 €)
- Teilfernlehrgang:
Bedeutet: Nur bestimmte Module sollen separat zugelassen werden.
Gebühr: 25-50 % der Standardgebühr (je nach Umfang); (mind. 1.050 €)
Führen Sie also ein komplettes Coaching zum Thema „Achtsamkeit“ durch und ein einziges Modul heißt „Mindset-Coaching“, so gehört dies thematisch zusammen und das Achtsamkeitscoaching kann als solches angemeldet werden.
Die ZFU-Gebühr beträgt nicht immer 150 % vom Kurspreis, sondern richtet sich nach der amtlichen Gebührenordnung und kann bei sehr hohen Kurspreisen gedeckelt sein.
ZFU-Kostenrechnung: Tabelle
- Kursdauer: 12 Wochen
- Kurspreis pro Teilnehmer: 2.000 €
- ZFU-Gebühr (Standardzulassung): 150 % vom Kurspreis = 3.000 € (einmalig)
- Variable Kosten pro Teilnehmer: 200 € (z. B. Zahlungsanbieter, Hosting, Material)
| Teilnehmerzahl | Umsatz gesamt | Variable Kosten | ZFU-Gebühr (einmalig) | Gewinn vor Fixkosten |
|---|---|---|---|---|
| 5 TN | 10.000 € | 1.000 € | 3.000 € | 6.000 € |
| 10 TN | 20.000 € | 2.000 € | 3.000 € | 15.000 € |
| 20 TN | 40.000 € | 4.000 € | 3.000 € | 33.000 € |
| 30 TN | 60.000 € | 6.000 € | 3.000 € | 51.000 € |
| 50 TN | 100.000 € | 10.000 € | 3.000 € | 87.000 € |
Da die ZFU-Gebühr nur einmal pro Kurs anfällt, wird Ihre Gewinnspanne umso größer, je besser Ihr Online-Kurs besucht ist. Zertifiziert bzw. zugelassen wird die Kursstruktur. Ist Ihr Kurs einmal zugelassen, können Sie diesen beliebig oft wiederholen.
Bedenken Sie, dass die ZFU die didaktische Qualität Ihres Online-Angebots kritisch prüft. Bei Lern-/Lehr-Arrangements gilt oftmals die Devise, dass Lerneffekte kleiner sind, je mehr Lernende gleichzeitig lernen, also je größer Ihr Kurs ist. Diese Kritik wird standardmäßig zur Bildungspolitik hinsichtlich zu großer Schulklassen geäußert. Die ZFU bewertet das Betreuungskonzept und die Erreichbarkeit der Lehrkraft; sehr große Gruppen können die pädagogische Qualität beeinträchtigen und kritisch beäugt werden. Planen Sie daher vorsichtig.
Kursregistrierung komplex
Führen Sie beispielsweise ein Coaching mit dem Titel „Unternehmerpersönlichkeit erlernen“ durch, so kann es sein, dass dieser Kurs inhaltlich aus drei Teilen besteht: Der eine Teil umfasst beispielsweise den Umgang mit Geld (BWL-lastig); im anderen Teil fördern Sie die passende Unternehmerhaltung (Mindset); zugleich bringen Sie den Teilnehmern den Umgang mit Kunden bei (Kommunikation).
Als Faustregel gilt: Für die meisten Mindset- oder Business-Coachings kommt die Zulassung eines Fernlehrgangs infrage. Das gilt immer dann, wenn Sie ein eigenständiges Bildungsangebot mit klaren Lernzielen, Inhalten und Methoden anbieten. Hier müssten Sie also drei Kurse anmelden, um ein Abschlusszertifikat ausstellen zu dürfen.
Natürlich liegt es in praktischer Hinsicht an Ihnen, wie Sie Ihre Kurse und Module hinsichtlich des Aufbaus gestalten. Hier spielen sicherlich auch Ihre finanziellen Möglichkeiten und das Risiko, das Sie pro Kurs einzgehen bereit sind, eine Frage.
Sie könnten auch – so meine Empfehlung – Einzelzertifikate nach jedem Kurs einführen und am Ende ein großes Abschlusszertifikat. Dieses System ist von Hochschulen bekannt: Für alle absolvierten Veranstaltungen bzw. Module gibt’s Teilnahmescheine und wer am Ende die entsprechenden Scheine gesammelt hat, erhält einen Abschluss.
Es entsteht der Eindruck, als sollen Coaching-Angebote – und die komplette Coaching-Landschaft – auf diese Weise neustrukturiert werden, wie auch die Chronologie zeigt.
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