Lehrgangsplanung, ZFU und Prüfverfahren
Eine Behörde wird Ihre Anforderungen für Ihre Online-Kurse prüfen. Die Kosten dafür können Sie hier berechnen.
Fachgutachter entscheiden nach Ihrer Einreichung darüber, ob Sie Ihr Online-Angebot überhaupt durchführen dürfen. Deshalb ist eine wissenschaftliche, d. h. didaktisch-methodische Begründung, vonnöten.
An dieser Stelle verweise ich auch auf meine Seite lektorcoach.de, auf der Sie im Ratgeberbereich zahlreiche Hilfestellungen zum Verfassen wissenschaftlicher Texte erhalten und sich zugleich von meiner Kompetenz überzeugen können.
Nehmen Sie Ihren ZFU-Antrag nicht auf die leichte Schulter, indem Sie viel Geld und Zeit für ein Coaching riskieren, das nicht stattfinden darf!
Das Curriculum
Bislang war dieser Begriff wohl überwiegend bei Lehrern verbreitet. Denn Curriculum (pl. Curricula) heißt nichts anderes als Lehrplan. Im Lehrplan stehen Bildungsziele. Diese sind meist als zu erreichende Kompetenzen formuliert. Der Lehrer ist an den Lehrplan gebunden und nutzt Methoden, um curriculare Ziele zu erreichen. Eine solche Kompetenz ist beispielsweise mit „Orientierung in der Welt“ formuliert; steht im Lehrplan Bayern für die 3. Klasse Sachunterricht: „Die Schülerinnen und Schüler … setzen den Heimatort in Beziehung zu größeren räumlichen Einheiten. […] Himmelsrichtungen“
„Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf…“ wird deshalb beispielsweise in der Grundschule gelehrt, oder der Lehrer nutzt einen Kompass als didaktisches Material. Kurzum: Wie der Grundschullehrer dieses Ziel erreicht, bleibt ihm überlassen. Entscheidend ist, dass seine verwendeten Methoden zielgruppengerecht (kindgerecht) sind. In einem Spiralcurriculum kommen deshalb die gleichen Kompetenzen auf immer höherem und abstrakterem Niveau. Das Ziel „Orientierung in der Welt“ kann später durch die Anwendung eines Navigationsgerätes erreicht werden, in der siebten Klasse dann durch 3D-Karten und Koordinatensystemen.
Lehrpläne legt das Ministerium fest. Damit entscheidet das Ministerium, was gelernt wird; der Lehrer entscheidet, wie gelernt wird.
Der Begriffsinhalt des ‚Curricularen‘
Im erweiterten Sinne kann der Begriff des Curriculums jede Form der Zielerreichung meinen und damit jedes denkbare Ziel, das systematisch erreicht werden kann.
Während schulische Bildungsangebote demnach überwiegend darauf ausgerichtet sind, Ziele des Lehrplans zu erreichen, legt bei Online-Coaching niemand verbindlich fest, welche Ziele erreicht werden sollen. Wobei „niemand“ eigentlich falsch ist – vielmehr legt derjenige, der das Online-Angebot plant, seine Ziele selbst fest.
Eine ZFU-Begründung für Ihr Online-Angebot umfasst damit die Darlegung der Ziele Ihres geplanten Projektes und der Methoden, also des konkreten Vorgehens, wie Sie diese Ziele erreichen. Dass dies manchmal zu einem recht komplexen Unterfangen werden kann, beweisen folgende Beispiele.
Beispiele: Ziele und Methoden
Die allermeisten Menschen trennen – rein gefühlsmäßig bereits – zwischen Zielsetzung und Methode und handeln im Alltag entsprechend. Denn in der Praxis ist es einfach nur logisch.
Logik-Beispiel 1: „Bahnfahrt“
Möchten Sie nach Hamburg fahren, steigen Sie in einen Zug ein, der nach Hamburg fährt.
Hamburg ist Ihr Ziel, der Zug ist hier die Methode, die Sie zum Ziel bringt. Niemand würde in einen x-beliebigen Zug einsteigen in der Hoffnung, dass der nach Hamburg fährt.
Die erste Erkenntnis lautet: Die Zielsetzung ist in den Überlegungen der Methode vorangestellt (Primat der Didaktik).
Logik-Beispiel 2: „Kneipengeschwätz“
„Da habe ich die Leiter geholt und wollte aufs Dach. Dann ist eine Sprosse abgebrochen und ich fall bestimmt einen Meter runter. Aber mir ist nix passiert. Ich musste zwei Ziegelsteine erneuern.“
Diese Geschichte erscheint im ersten Augenblick unlogisch. Der Leser denk im ersten Satz: „Warum holt der Erzähler eine Leiter?“ In dieser Art wird in Kneipen oft erzählt, weil der Erzählende sich durch sein Tun in den Vordergrund stellen möchte und er deshalb bei seinen Handlungen ansetzt. Das klingt oft angeberhaft und ist narratologisch unsinnig, weil die Zielsetzung als erstes kommuniziert werden muss.
„Ich musste zwei Ziegelsteine erneuern. Da habe ich die Leiter geholt und wollte aufs Dach. Dann ist eine Sprosse abgebrochen und ich fall bestimmt einen Meter runter. Aber mir ist nix passiert.“
Klingt tausendmal logischer, oder? Dabei wurde nur der letzte Satz vorangestellt. Sonst blieb alles identisch. Der letzte Satz ist die Zielsetzung und den müssen Sie – wenn Sie Zuhörer bzw. Leser mitnehmen wollen – zwingend als erstes äußern. Ansonsten wird man sich fragen: „Worauf will der Erzählende jetzt hinaus?“ Dieses Gefühl hatte jeder schon mal. Dass es um eine Dachreparatur geht, sollte von Anfang an deutlich werden.
Anders formuliert müsste es heißen: „Ziel war es, Ziegelsteine zu erneuern.“ Verständliche Spielanleitungen beginnen deshalb nicht mit Abläufen (Methoden) oder Erklärungen zu Spielsteinen (didaktisches Material). Die erste Aussage lautet: „Ziel des Spiels ist, …“ So weiß jeder, worauf die Folgeausführungen (würfeln etc.) bezogen sind und mit welchem Ziel die Spieler welche Handlungen tätigen sollen.
Logik-Beispiel 3: „Bachelorarbeit“
Das Problem, in welche Richtung gedacht werden muss, zeigt sich oft in wissenschaftlichen Arbeiten. So lese ich in Bachelorarbeiten regelmäßig Aussagen wie:
„Ziel der Bachelorarbeit ist eine Mitarbeiterbefragung.“
Doch das ist völliger Unfug. Eine Mitarbeiterbefragung ist kein Ziel, sondern eine Methode. Richtig müsste es heißen:
„Ziel der Bachelorarbeit ist die Erarbeitung praktischer Handlungsempfehlungen für mittelständische Unternehmen. Dieses Ziel wird methodisch durch eine Mitarbeiterbefragung erreicht.“
Abgesehen davon, dass eine empirische Untersuchung nie ohne Kontext stattfindet und die Handlungsempfehlungen deshalb eine Synthese aus Theorie und empirischen Befunden sind, wurden nun Ziel und Methode benannt. Denn sobald ein Studierender – so meine langjährige Erfahrung – einmal Methode und Ziel vertauscht, wird die Arbeit unstrukturiert.
Folgen mangelnder Trennung von Didaktik und Methodik gigantisch
Wird in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht strikt zwischen Zielen und Methoden getrennt, herrschen nicht nur leichte Verständnisschwierigkeiten vor, sondern inhaltliche Mängel, wie Beispiel 3 zeigt. Das ist äußerst gravierend, denn Beispiel 2 beweist, dass selbst Inhalte von Thekengesprächen nur noch schwer zuordenbar sind, wenn nicht von vornherein die Zielsetzung kommuniziert wird.
Dieser Effekt tritt überall auf, wie Beispiel 1 zeigt: Würde man ein Deutschlandticket für nur 9 Euro anbieten – wie es im Sommer 2022 der Fall war – würden zahlreiche Leute ohne Ziel mit dem Zug umhereiern. Hier wäre Zugfahren quasi Methode und Ziel zugleich. Exakt dies ist die didaktisch-methodische Analyse für das damalige Chaos bei der Bahn.
Den chaotischsten Unterricht halten deshalb Lehrkräfte, die ‚aus dem Bauch heraus‘ agieren und ohne Ziel. Deshalb müssen Referendare ihre Unterrichtsplanungen vorab einreichen und in Lehrproben begutachten Experten die Umsetzung.
Coaching und Schule didaktisch-methodisch identisch
Neben der Unterrichtsplanung ist die Unterrichtsumsetzung entscheidend. Vielerorts hat sich etabliert, dass zum Unterrichtseinstieg der Stoff der vergangenen Stunde von den Schülern in Erinnerung gerufen werden soll. Dazu initiiert der Lehrer zu Beginn eine kleine Fragerunde. Diese endet mit einer Problemstellung, die dann als Leitfrage an die Tafel geschrieben wird. Die Beantwortung dieser Leitfrage ist damit das Stundenziel. Dies bringt Orientierung für den Unterricht.
Bestenfalls tritt der Lehrer also als Moderator auf, indem er gezielte, aktivierende Fragen stellt und durch sein Fachwissen die richtigen Aspekte vertieft. So gewährleistet der Lehrer einerseits durch strukturierte Gesprächsführung das jeweilige Stundenziel zu erreichen. Andererseits sind Arbeitsblätter, Schulbücher oder Lehrvideos „didaktische Materialien“; also Materialen zur Zielerreichung. Dabei wird in der Mediendidaktik zusätzlich zwischen Medium und Inhalt differenziert. Der Aufbau jedes Unterrichts (z. B. „vom Leichten zum Schweren“ oder umgekehrt) ist deshalb als methodische Strukturierung zu begreifen, die an den Lernenden ausgerichtet sein muss.
Sie fragen sich, was dies mit Ihnen zu tun hat? – So müssen Sie Ihr Online-Angebot bei der ZFU begründen!
Unterstützung anfordern
Ich unterstütze Sie bei:
- Kursaufbau und Kursablauf,
- der didaktischen Strukturierung Ihres Kurses,
- der Formulierung von Lernzielen,
- der Ausarbeitung von Methoden und Medien,
- der Erstellung eines Modulplans mit inhaltlicher Progression,
- der plausiblen Darstellung von Lernerfolgskontrollen,
- dem methodischen „roten Faden“ Ihres Coachings.

